Elektronische Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur
Feature:
Abruf der E-Rezepte in der Apotheke nach Autorisierung
| Version | 2.0.0_CC |
| Revision | 1450380 |
| Stand | 05.12.2025 |
| Status | zur Abstimmung freigegeben |
| Klassifizierung | öffentlich_Entwurf |
| Referenzierung | gemF_eRp_Autorisierung_Apo |
Änderungen zur Vorversion
Anpassungen des vorliegenden Dokumentes im Vergleich zur Vorversion können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen.
Dokumentenhistorie
| Version
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Stand
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Kap./ Seite
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Grund der Änderung, besondere Hinweise
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Bearbeitung
|
|---|---|---|---|---|
| 1.0.0 | 29.08.2022 | freigegeben | gematik | |
| 1.0.1 | 01.09.2022 | Korrektur in A_22431: Task.status="ready"
A_23182 für URL-Kodierung des Prüfungsnachweises hinzugefügt |
gematik | |
| 1.1.0 | 14.02.2022 | Erweiterung um
- Proof of Patient Presence (Arbeitsstand) - Anwesenheitsbeleg mittels strukturiertem VSDM Prüfungsnachweis (Arbeitstitel VSDM++) (freigegeben) |
gematik | |
| 1.1.1 | 15.02.2023 | Korrektur in A_23449: Kleinschreibung URL-Parameter pnw,
Korrektur Beispiel unterhalb A_23449 |
gematik | |
| 2.0.0_CC | 05.12.2025 | Überarbeitung der Nutzung "Nachweis Versorgungskontexts mittels PoPP"
Rückbau der Spezifikation zu "Anwesenheitsbeleg mittels strukturiertem VSDM-Prüfungsnachweis" |
gematik |
Dieses Dokument beschreibt das Feature zum Abruf der E-Rezepte eines Versicherten in der Apotheke nach Autorisierung mit der eGK des Versicherten. Das Feature umfasst die Darstellung der Use Cases für die Apotheken und Versicherte sowie die Ergänzungen bei den funktionalen Anforderungen an die Schnittstellen des E-Rezept-Fachdienstes und dem Primärsystem der abgebenden Leistungserbringerinstitution.
Die Beschreibung des Funktionsumfangs als Feature erleichtert das Verständnis und die Nachvollziehbarkeit der Lösung, ausgehend von der Darstellung der Nutzersicht auf Epic-Ebene, über das technische Konzept bis zur Spezifikation der technischen Details. Mit den hier aufgestellten Anforderungen sollen Hersteller in der Lage sein, den zusätzlichen Funktionsumfang ihrer verantworteten Komponente bzw. Produkttyp bewerten und umsetzen zu können.
Das Dokument richtet sich an den Hersteller und Anbieter des Produkttyps E-Rezept-Fachdienst, E-Rezept Frontend des Versicherten sowie Hersteller von Apothekenverwaltungssystemen.
In der Version 1.1.1 dieses Dokumentes wurden zwei Lösungsansätze beschrieben:
Mit dieser Version wird die Konzeption und Spezifikation für den Lösungsansatz unter Nutzung der PoPP-Lösung überarbeitet.
Die Umsetzung des Lösungsansatzes "Anwesenheitsbeleg mittels strukturiertem VSDM Prüfungsnachweis" wird abgekündigt.
Die Einführung der PoPP-Lösung erfolgt stufenweise. Das Dokument beschreibt die Nutzungsszenarien der Stufe 1 (PoPP-Token bei physischer Anwesenheit in und ausserhalb der LEI - eGK). Es wird um die PoPP Anwendungsfälle der Stufe 2 (u.a. PoPP-Token ohne physische Anwesenheit in der LEI - eGK (mobil) als Ersatz für die "Cardlink" Lösung) erweitert, wenn die Spezifikation zur PoPP-Lösung Stufe 2 veröffentlicht wurde.
Anforderungen und Anwendungsfälle
Anforderungen und Anwendungsfälle als Ausdruck normativer Festlegungen werden durch eine eindeutige ID sowie die dem RFC 2119 [RFC2119] entsprechenden, in Großbuchstaben geschriebenen deutschen Schlüsselworte MUSS, DARF NICHT, SOLL, SOLL NICHT, KANN gekennzeichnet.
Da in dem Beispielsatz „Eine leere Liste DARF NICHT ein Element besitzen.“ die Phrase „DARF NICHT“ semantisch irreführend wäre (wenn nicht ein, dann vielleicht zwei?), wird in diesem Dokument stattdessen „Eine leere Liste DARF KEIN Element besitzen.“ verwendet. Die Schlüsselworte werden außerdem um Pronomen in Großbuchstaben ergänzt, wenn dies den Sprachfluss verbessert oder die Semantik verdeutlicht.
Anforderungen und Anwendungsfälle werden im Dokument wie folgt dargestellt:
<ID> - <Titel der Afo / Titel des Anwendungsfalles>
Text / Beschreibung
[<=]
Die einzelnen Elemente beschreiben:
Dabei umfasst die Anforderung/der Anwendungsfall sämtliche zwischen ID und Textmarke [<=] angeführten Inhalte.
User Stories
Eine User Story ist eine in Alltagssprache formulierte Software-Anforderung. Sie ist bewusst kurz gehalten und umfasst in der Regel nicht mehr als zwei Sätze. User Stories werden im Rahmen der agilen Softwareentwicklung zusammen mit Akzeptanztests zur Spezifikation von Anforderungen eingesetzt. [Wikipedia:User Story]
Aus diesem Grund kann in den User Stories eine abweichende Terminologie genutzt werden, welche für den Leser nachvollziehbar (bspw. Patient = Versicherter) ist.
Vertreter
Als Vertreter wird eine vertrauenswürdige Person bezeichnet, die für den Versicherten dessen Rezepte einlösen soll. Für diesen Zweck übergibt der Versicherte seine eGK an diese Person, um den Leistungserbringer zu autorisieren, die offenen Rezepte abzurufen. Der Versicherte teilt dem Vertreter nicht seine PIN für die eGK mit.
Hinweise auf offene Punkte
Themen, die noch intern geklärt werden müssen oder eine Entscheidung seitens der Gesellschafter erfordern, sind wie folgt im Dokument gekennzeichnet:
Beispiel für einen offenen Punkt.
In diesem Abschnitt wird das Feature fachlich motiviert und der Mehrwert für Nutzer vorgestellt. Aus diesen Epics und User Stories wird anschließend ein technisches Konzept abgeleitet.
Elektronische Rezepte sollen flexibel und ohne Medienbrüche von Versicherten bei ihrer Wunsch-Apotheke eingelöst werden können. Neben dem Patientenausdruck und dem Frontend des Versicherten soll auch langfristig die Gesundheitskarte in verschiedenen Versorgungsszenarien für die Einlösung - komfortabel und ohne PIN Eingabe - genutzt werden können (§ 312, Abs. 1, Nr. 6 SGB V). Die Nutzung der eGK zur Autorisierung einer Apotheke auf Basis von VSDM++ wird durch die Abschaltung der Dienste von VSDM 1.0 nicht mehr möglich sein. Mit diesem Feature auf Basis der PoPP-Lösung soll sichergestellt werden, dass dieser beliebte Einlöseweg (ca. 90% Nutzungsquote) auch weiterhin ermöglicht wird.
Die User Stories beschreiben die Erwartungen der Nutzer.
Als Patient möchte ich im Vorfeld der Rezepteinlösung verstehen, dass meine Apotheke in dem Fall, dass ich die eGK übergebe, alle meine einlösbaren Rezepte lesen kann, so dass ich eine informierte Entscheidung treffen kann, ob das für mich passt.
Als Patient möchte ich jederzeit die Wahl haben, welches Verfahren zur Einlösung (eGK, Patientenausdruck, E-Rezept-FdV) ich nutzen möchte, so dass ich volle Flexibilität habe.
Als Patient möchte ich, dass das Einlösen mittels eGK für einen Vertreter mittels Übergabe meiner eGK genauso einfach ist wie das Einlösen von eigenen Rezepten ist, so dass es mir leichter fällt, jemandem zu bitten, für mich meine Rezepte einzulösen.
Als Patient möchte ich verstehen, dass der Vertreter ALLE verfügbaren offenen Rezepte einlösen kann, wenn ich ihm meine eGK übergebe.
Als Patient möchte ich, dass immer nur meine gültige eGK (aktuelle Karte und Folgekarte) die Apotheke berechtigen kann, auf meine Rezepte zuzugreifen.
Als Patient möchte ich in meinem FdV nachvollziehen können, wann welche Apotheke E-Rezepte nach Berechtigung mittels eGK abgerufen hat.
Als Patient möchte ich in der Apotheke meine eGK in den Kartenleser stecken, so dass meine Apotheke meine einlösbaren Rezept einsehen kann und ich nicht auf den Papierausdruck oder das FdV angewiesen bin.
Als Patient möchte ich außerhalb der Leistungserbringerinstitution (z.B. im Pflegeheim) meine eGK an das mobile Lesegerät der Apotheke halten können, so dass sie meine einlösbaren Rezept einsehen kann.
Als Vertreter möchte ich, dass das Einlösen von Rezepten in der Apotheke mittels Übergabe der eGK der zu vertretenden Person genauso einfach wie das Einlösen eigener Rezepte ist, so dass ich nicht noch weitere Hürden nehmen muss und der Prozess für mich handhabbar bleibt.
Als Apotheke möchte ich innerhalb meiner Institution von meinen Patienten mithilfe der eGK Zugang zu ihren einlösbaren Rezepten erhalten können, so dass ich meine Kunden in allen Versorgungsszenarien gut versorgen kann.
Als Apotheke möchte ich außerhalb meiner Räumlichkeiten z.B. bei Heimbesuchen von meinen Patienten mithilfe der eGK Zugang zu ihren einlösbaren Rezepten erhalten können, so dass ich meine Kunden in allen Versorgungsszenarien gut versorgen kann.
Als Apotheke möchte ich die eGK meines Patienten nur einmal stecken, um auf die einlösbaren E-Rezepte zuzugreifen und einen Zugang zur elektronische Patientenakte (ePA) zu erhalten (sofern vorhanden und ich berechtigt bin).
Als Apotheke möchte ich, dass der Abruf der Rezepte nach Übergabe der eGK genauso einfach und schnell geht, wie wenn der Patient mir den Rezeptcode per FdV oder Ausdruck vorzeigt, so dass meine Patienten und ich nicht lange warten müssen.
Als Apotheke möchte ich nach dem Stecken der eGK alle einlösbaren Rezepte meines Kunden sehen und dann entscheiden, welche ich davon beliefern kann.
Als Apotheke möchte ich Rezepte wieder zurückgeben können, wenn der Patient nicht alle Rezepte in meiner Institution einlösen möchte.
Das Feature zum Abruf der E-Rezepte in der Apotheke nach Autorisierung nutzt die bestehende Infrastruktur der Anwendungen E-Rezept sowie die Komponenten der PoPP-Lösung (Proof of Patient Presence).
Abbildung 1: Übersicht E-Rezept-Komponenten
Der PoPP-Service ist ein TI-Plattformdienst, welcher die Bestätigung eines Versorgungskontexts in Form eines kryptografisch gesicherten PoPP-Token erzeugt. Dieses Token bestätigt, dass ein bestimmter Versicherter mit einer bestimmten Leistungserbringerinstitution (LEI) zusammengekommen ist. Der PoPP-Service ist der Serveranteil der PoPP-Lösung.
Der PoPP-Client ist Teil des Primärsystems und übernimmt die Kommunikation mit dem PoPP-Service. Er ist verantwortlich für das Anfordern und Empfangen von PoPP-Token. Die Kommunikation zwischen PoPP-Client und PoPP-Service basiert auf dem Zero Trust Sicherheitskonzept.
Proof of Patient Presence (PoPP) ist ein Nachweis, der belegt, dass sich ein Versicherter zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Versorgungskontext mit einer bestimmten Leistungserbringerinstitution (LEI) befindet. Im kryptografisch gesicherten PoPP-Token sind somit Informationen über die LEI und über den Versicherten zusammengeführt. Dabei ist es die Aufgabe der PoPP-Lösung, die Authentifizierung der LEI durchzuführen und durch Authentifizierung des Versicherten per GesundheitsID oder Authentifizierung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) eines Versicherten den Versorgungskontext zu bestätigen. Das Ergebnis ist das PoPP-Token, welches der LEI zur Autorisierung für den Zugriff auf die Daten des Versicherten in Diensten der Telematikinfrastruktur (TI) dient. [gemSpec_PoPP_Service]
Für PoPP wurden verschiedene Anwendungsfälle spezifiziert. Bei den Anwendungsfällen wird seitens der Versicherten die Verwendung der eGK oder der GesundheitsID unterschieden. Seitens der LEI wird unterschieden, ob der Versorgungskontext entsteht während Versicherter und LEI physisch gemeinsam anwesend sind (Praxisbesuch, Hausbesuch), oder ob die LEI virtuell anwesend ist, wie bspw. bei einer Videosprechstunde.
Für eine Auflistung der Anwendungsfälle und deren Beschreibung siehe [gemF_PoPP_stat_QRCode].
Die Bereitstellung der PoPP-Lösung erfolgt stufenweise. [gemSpec_PoPP_Service]
Der PoPP-Service Stufe 1 beinhaltet die Erstellung von PoPP-Token mittels einer eGK in Versorgungsszenarien bei dem Leistungserbringer und Versicherte an einem Ort physisch zusammentreffen. Dies entspricht den Use Cases UC_PoPP_1a und UC_PoPP_2a.
Der PoPP-Service Stufe 2 beinhaltet zusätzlich die Erstellung von PoPP-Token in Versorgungsszenarien, bei denen von Versichertenseite die GesundheitsID verwendet wird sowie Versorgungsszenarien mit der eGK in der Fernversorgung (Ersatz für "Cardlink").
Dieses Konzept betrachtet die Anwendungsfälle der Stufe 1.
UC_PoPP_1a - PoPP-Token bei physischer Anwesenheit in der LEI - eGK
Ein Versicherter möchte eine Versorgung in einer LEI in Anspruch nehmen. Die LEI benötigt für den Zugriff auf die Daten des physisch anwesenden Versicherten einen Nachweis des Versorgungskontexts. Dazu wird die eGK des Versicherten an einem geeigneten Lesegerät der LEI präsentiert. Nachdem der Versicherte den Check-in-Prozess mit der eGK durchgeführt hat, ist dieser abgeschlossen und die LEI erhält im PS den notwendigen Nachweis des Versorgungskontexts.
UC_PoPP_2a - PoPP-Token bei physischer Anwesenheit außerhalb der LEI - eGK
Ein Versicherter möchte eine Versorgung außerhalb einer LEI in Anspruch nehmen. Dazu kommt das Personal der LEI zum Versicherten. Die LEI benötigt für den Zugriff auf die Daten des physisch anwesenden Versicherten einen Nachweis des Versorgungskontexts. Dazu wird die eGK des Versicherten an einem geeigneten mobilen Lesegerät der LEI präsentiert. Nachdem das LEI-Personal die eGK eingelesen hat, ist der Check-in-Vorgang abgeschlossen und die LEI erhält im PS den notwendigen Nachweis des Versorgungskontexts.
Das Konzept wird um die PoPP Anwendungsfälle der Stufe 2 erweitert, wenn die Spezifikation zu Stufe 2 veröffentlicht wurde.
Die eGK des Versicherten wird in ein eHealth-Kartenterminal oder Standard-Kartenleser gesteckt. Das Primärsystem initiiert über den PoPP-Client die Kommunikation mit dem PoPP-Service. Dafür authentisiert der ZETA Client das Primärsystem gegenüber dem PoPP-Service. Nach erfolgreicher Authentifizierung und Prüfung wird vom PoPP-Service ein PoPP-Token erstellt und an den PoPP-Client übermittelt. Der PoPP-Token wird vom PoPP-Client zur weiteren Verwendung innerhalb des Primärsystems übergeben. [spec-ilf-popp-client#Systemüberblick]
Der PoPP-Token belegt, dass sich die eGK zu diesem Zeitpunkt in einem Versorgungskontext mit der LEI befindet.
Der Token beinhaltet u.a. die Information der KVNR der eGK, die Telematik-ID der Leistungserbringerinstitution und den Zeitpunkt der Erstellung des Token. Der Token ist durch den PoPP-Service signiert.
Der E-Rezept-Fachdienst prüft beim Abruf der E-Rezepte den vom AVS übermittelten Token in der Rolle PoPP-Verifier (siehe [gemSpec_PoPP_Service]). Die Validierung des Schlüsselmaterials erfolgt gemäß dem OpenID-Connect-Standard.
Der PoPP-Service ist innerhalb der TI-Föderation beim Federation Master registriert und veröffentlicht sein Entity Statement über einen definierten Endpunkt. Der E-Rezept-Fachdienst ruft dieses Entity Statement ab. Darin ist eine Referenz auf den öffentlichen Schlüssel enthalten, mit dem sowohl das Entity Statement selbst als auch ein JWK-Set signiert sind.
Anschließend lädt der E-Rezept-Fachdienst über die im Entity Statement angegebene URL das JWK-Set, um die öffentlichen Schlüssel zur Verifizierung der PoPP-Token-Signatur zu beziehen. Dadurch kann der E-Rezept-Fachdienst sicherstellen, dass ein vorgelegter PoPP-Token tatsächlich vom PoPP-Service ausgestellt wurde.
Ein Clientsystem des E-Rezept-Fachdienstes übermittelt in seiner Anfrage den PoPP-Token, der daraufhin geprüft wird. Nach erfolgreicher Signaturprüfung wird kontrolliert, ob der Token innerhalb des vorgesehenen Zeitfensters erstellt wurde und ob die im Token enthaltene Telematik-ID mit der Telematik-ID der aufrufenden Apotheke übereinstimmt. Fallen alle Prüfungen positiv aus, liefert der E-Rezept-Fachdienst im Response die zur im Token enthaltenen KVNR gehörenden einlösbaren E-Rezepte zurück.
Die Prozesse der abgebenden Leistungserbringerinstitution für das Abrufen, das Zurückweisen, das Löschen des E-Rezeptes, das Abrufen der Quittung und die Kommunikation mit dem Versicherten bleiben unverändert. Es wird für die Apotheke ein Prozess ergänzt, mit dem die Informationen für das Abrufen von E-Rezepten eines Versicherten (ein Liste von Task-IDs und zugehöriger AccessCodes) vom E-Rezept-Fachdienst ermittelt werden können, wenn der Versicherter seine eGK präsentiert.
AF_10078-02 - E-Rezepte eines Versicherten durch Abgebende abrufen
Alle am Anwendungsfall "E-Rezepte eines Versicherten durch Abgebende abrufen" beteiligten Produkttypen und Komponenten MÜSSEN die nachfolgenden Festlegungen umsetzen.
Tabelle 1 : Anwendungsfall "E-Rezepte eines Versicherten durch Abgebende abrufen"
| Name | E-Rezepte eines Versicherten durch Abgebenden abrufen |
|---|---|
| Vorbedingungen |
|
| Kurzbeschreibung
(Außenansicht) |
Der Versicherte oder ein Vertreter steckt die eGK in das eHealth-Kartenterminal oder ein mit dem Primärsystem verbundenen Standard-Kartenleser.
Das PS ruft für diese eGK den Anwendungsfall zum Erstellen eines PoPP-Token auf. Im Ergebnis erhält das PS, sofern die eGK nicht gesperrt und das Authentifizierungszertifikat gültig ist, einen PoPP-Token. Das PS übermittelt dem PoPP-Token, um die einlösbaren E-Rezepte des Versicherten vom E-Rezept-Fachdienst abzurufen. Der E-Rezept-Fachdienst prüft die Gültigkeit des PoPP-Tokens. Der E-Rezept-Fachdienst übermittelt die Zugriffsinformationen (Task-ID und AccessCode) zu jedem einlösbaren E-Rezept. |
| Nachbedingungen | Im PS stehen die Zugriffsinformationen (Task-ID und AccessCode) für alle einlösbaren E-Rezepte zur Verfügung.
Im PS kann zu den einzelnen E-Rezepten der Anwendungsfall "UC 4.1 - E-Rezept durch Abgebenden abrufen" ausführen, um die E-Rezepte im PS anzuzeigen. Der Zugriff der Apotheke auf die E-Rezepte ist für den Versicherten auf dem E-Rezept-Fachdienst protokolliert. |
Abbildung 2 : E-Rezepte eines Versicherten durch Abgebenden abrufen
[<=]Mit der Übergabe der eGK autorisiert der Versicherte den abgebenden Leistungserbringer zum Abruf aller seiner noch nicht eingelösten E-Rezepte. Das Verfahren erlaubt nicht, dass dem Apotheker nur eine Auswahl der einlösbaren E-Rezepten zur Kenntnis gelangt. Sofern es mehrere einlösbare E-Rezepte gibt, klärt der abgebende LE im Gespräch mit dem Versicherten, welche E-Rezepte eingelöst werden sollen.
Im Vertreterfall übergibt der Versicherte seine eGK dem Vertreter (Autorisierung des Vertreters), damit dieser in einer Apotheke diese eGK einem abgebenden Leistungserbringer zum Abruf der E-Rezepte des Versicherten geben kann.
Die Eingabe der eGK-PIN ist nicht erforderlich, um das Verfahren möglichst barrierearm zu gestalten. Wäre eine PIN-Eingabe erforderlich, würde zudem der Vertretungsfall (Versicherter übergibt Person seines Vertrauens seine eGK mit der Bitte, die E-Rezepte in der Apotheke einzulösen) in dieser Situation ausgeschlossen werden, da der Versicherte dem Vertreter unzulässigerweise seine eGK-PIN mitteilen müsste.
Falls ein Versicherter seine eGK verliert, muss er dies bei seiner Krankenkasse melden, die daraufhin eine Sperrung der Karte vornimmt bzw. veranlasst. Der PoPP-Service prüft den Sperrstatus einer eGK und liefert nur für gültige eGKs einen PoPP-Token zurück.
Der E-Rezept-Fachdienst liefert im Falle des Abrufs von E-Rezepten bei Stecken der eGK in einer abgebenden LEI nur E-Rezepte aus, wenn ihm ein gültiger PoPP-Token vom Primärsystem der abgebenden LEI übermittelt wurde. Das Primärsystem der abgebenden LEI erhält den PoPP-Token vom PoPP-Service über den im PS integrierten PoPP-Client.
Der PoPP-Token beinhaltet keine Aussage darüber, in welchem fachlichen Kontext der Token erzeugt wurde. Eine Verwendung eines PoPP-Token in mehreren fachlichen Anwendungsfällen (z.B. in verschiedenen Anwendungen) ist technisch nicht ausgeschlossen. Aus Sicht der Anwendung E-Rezept entsteht hierdurch kein Risiko für Versicherte, da das Abrufen von E-Rezepten in einer Apotheke der normale, vom Versicherten intendierte Anwendungsfall ist. In verordnenden LEIs spielen PoPP-Token für die Anwendung E-Rezept keine Rolle, da E-Rezepte auch ohne Anwesenheit des Versicherten für ihn ausgestellt werden können müssen.
Aufgrund der Beschaffenheit des PoPP-Token ist dieser nicht fälschbar und stellt für den E-Rezept-Fachdienst eine verlässliche Information über eine in einer abgebenden LEI gesteckte eGK dar.
Der PoPP-Token beinhaltet neben anderen Informationen einen Zeitstempel des Ausstellungszeitpunkts anhand dessen der E-Rezept-Fachdienst entscheiden kann, ob der Token für ihn aktuell genug ist. Somit kann der Token nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt von der LEI (wieder-)verwendet werden. Eine Apotheke kann jedoch innerhalb des zulässigen Zeitraumes einen PoPP-Token mehrfach verwenden.
Der E-Rezept-Fachdienst protokolliert für den Versicherten, dass ein Abruf von E-Rezepten mittels Vorlegens eines gültigen PoPP-Tokens durch eine abgebende LEI erfolgte. Beim Aufruf des PoPP-Services erfolgt keine Protokollierung auf der eGK. Auch der PoPP-Service selbst protokolliert nicht, wenn er aufgerufen wird.
Dieses Kapitel beschreibt die technische Umsetzung der beschriebenen Konzepte an die verschiedenen Produkt- und Anbietertypen. In den jeweiligen Produkt- und Anbietertypsteckbriefen sind zu den Anforderungen ("Blattanforderungen") die jeweiligen Prüfverfahren angegeben.
Dargestellt sind die zusätzlichen Anforderungen an die Produkttypen des E-Rezepts, die bestehende Anforderungslage für bereits eingeführte Anwendungsfälle bleibt hiervon unberührt.
Die nachfolgenden Anforderungen werden in das Dokument [gemSpec_FD_eRp] übernommen.
Anpassung A_19284-* E-Rezept-Fachdienst - Versichertenprotokoll zu Operationen
| http GET /Task | ||
| Apotheke
(PoPP) |
Durch <PoPP-Anwendungsfall> hat Apotheke die Liste der einlösbaren E-Rezepte abgerufen. |
A_21558-02 - E-Rezept-Fachdienst - Task abrufen - Rollenprüfung Versicherter oder Apotheke liest Rezepte
Der E-Rezept-Fachdienst MUSS beim Aufruf der HTTP-GET-Operation auf den Endpunkt /Task sicherstellen, dass ausschließlich Versicherte und Leistungserbringer in der Rolle
A_22432-02 - E-Rezept-Fachdienst - Rezepte lesen - Apotheke - Prüfung PoPP-Token
Der E-Rezept-Fachdienst MUSS beim Aufruf der HTTP-GET-Operation auf den Endpunkt /Task mit HTTP-Header X-PoPP-Token durch eine abgebende LEI, den im HTTP-Header X-PoPP-Token übermittelten Token extrahieren, prüfen und bei Fehlen oder fehlerhafter Prüfung mit dem Fehler 403 abbrechen, damit die Autorisierung zum Zugriff auf die Daten nur erfolgt, wenn ein Anwesenheitsnachweis erfolgreich durchgeführt wurde. [<=]
Die Anforderungen zum Prüfen des PoPP-Token sind im Kapitel "HTTP-Operation GET - Prüfung PoPP-Token" beschrieben.
A_23399-01 - E-Rezept-Fachdienst - Rezepte lesen - Apotheke - PoPP - Zeitraum Akzeptanz PoPP-Token
Der E-Rezept-Fachdienst MUSS beim Aufruf der HTTP-GET-Operation auf den Endpunkt /Task mit HTTP-Header X-PoPP-Token durch eine abgebende LEI prüfen, dass die Differenz zwischen Zeitstempel iat im Token und dem aktuellen Zeitpunkt nicht größer als 30 Minuten (konfigurierbar) ist und bei fehlerhafter Prüfung mit dem Fehler 403 abbrechen. [<=]
A_22431-02 - E-Rezept-Fachdienst - Rezepte lesen - Apotheke - PoPP - Filter KVNR
Der E-Rezept-Fachdienst MUSS beim Aufruf der HTTP-GET-Operation auf den Endpunkt /Task mit HTTP-Header X-PoPP-Token durch eine abgebende LEI, die Tasks nach
Diese Operation führt nicht zu einer Statusänderung bei den zurück gelieferten Task Ressourcen.
Wenn der E-Rezept-Fachdienst in einem Aufruf einen PoPP-Token empfängt muss geprüft werden, dass der Token vom PoPP-Service ausgestellt wurde. Hierzu wird die Signatur des PoPP-Tokens geprüft.
Der E-Rezept-Fachdienst setzt gemäß [gemSpec_PoPP_Service] in der Rolle PoPP-Verifier folgende Prüfschritte um (siehe [gemSpec_PoPP_Service#5.1.2 PoPP-Token Prüfung]):
Tabelle 2 : TAB_eRPFD_xxx Prüfschritte PoPP-Token
| Prüfschritt | Anforderung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Beziehen der URL für den PoPP-Service | A_27358 | Die URL des PoPP-Service wird per Konfiguration im E-Rezept-Fachdienst hinterlegt. Deshalb kann auf die Abfrage der URL des PoPP-Service beim Federation Master verzichtet werden. |
| Beziehen der Schlüssel für die PoPP-Token Signaturprüfung | A_26449 | Der PoPP-Service veröffentlicht sein EntityStament nach OpenID-Connect Standard. Dort ist die URL hinterlegt, an dem das JWK-Set abgerufen werden kann. |
| Prüfung Signatur des JWK-Set | A_26534 | Der E-Rezept-Fachdienst bezieht aus dem Entity Statement des PoPP-Service den öffentlichen Schlüssel zur Prüfung der Signatur des JWK-Set und prüft dieses anschließend. |
| Durchführung der Signaturprüfung von PoPP-Token | A_26450 | Der E-Rezept-Fachdienst führt die Signaturprüfung der PoPP-Token durch. |
| Inhaltliche Prüfung des PoPP Tokens | A_26452 | Der E-Rezept-Fachdienst validiert, ob der PoPP-Token inhaltlich valide ist.
Prüfungen von Claims für den E-Rezept-Fachdienst sind im Kapitel "Ressource Task - HTTP-Operation GET - Prüfung PoPP-Token" beschrieben. |
Anstelle zur nicht zugewiesnen Anforderung A_27358 - Beziehen der URL für den PoPP-Service
A_28579 - E-Rezept-Fachdienst - Prüfung PoPP-Token - Apotheke - PoPP Prüfung - Konfiguration PoPP-Service URL
Der E-Rezept-Fachdienst MUSS einen Konfigurationsparameter PoPP_Service_Domain für die Domain des PoPP-Service verwalten. [<=]
Ergänzend zu A_26449 - Beziehen der Schlüssel für die PoPP-Token Signaturprüfung :
A_28580 - E-Rezept-Fachdienst - Prüfung PoPP-Token - Aktualisierung des PoPP-Service JWK-Sets
Der E-Rezept-Fachdienst MUSS stündlich die JWK-Set des PoPP-Service [RFC7517] über dem im Entity Statement metadata.oauth_resource.signed_jwks_uri angegeben URL abrufen und die öffentlichen Schlüssel zur Verifikation der PoPP-Token verwenden. [<=]
Ergänzend zu A_26452 - Inhaltliche Prüfung des PoPP Tokens :
A_23402-01 - E-Rezept-Fachdienst - Prüfung PoPP-Token - Telematik-ID prüfen
Der E-Rezept-Fachdienst MUSS bei der Prüfung des PoPP-Token prüfen, dass die Telematik-ID actor_id aus dem Token mit der Telematik-ID der Leistungserbringerinstitution (idNumber) im ACCESS_TOKEN im "Authorization"-Header des HTTP-Requests übereinstimmt und bei fehlerhafter Prüfung mit dem Fehler 403 abbrechen. [<=]
Folgende Anforderungen aus der anwendungsübergreifenden Spezifikation werden dem E-Rezept-Fachdienst zugewiesen:
| Anforderung | Prüfverfahren |
|---|---|
| A_26449 - PoPP-Verifier - Verwendung von PoPP-Service JWK-Sets | funktionale Eignung: Anbietererklärung |
| A_26534 - PoPP-Verifier - PoPP-Service JWK-Set Signatur Prüfung | Sicherheitsgutachten |
| A_26450 - PoPP-Verifier - PoPP-Token Signaturprüfung | Produktgutachten |
| A_26452 - PoPP-Verifier - JWT Claims Validierung | Produktgutachten |
Die nachfolgenden Anforderungen werden in das Dokument [gemILF_PS_eRp] übernommen.
Die Tabelle TAB_ILFERP_014 wird wie folgt ergänzt:
Tabelle 3 : TAB_FdVERP_014 - HTTP-Header "X-erp-resource"
| Operation | X-erp-resource |
|---|---|
| GET /Task | Task |
Mit diesem Anwendungsfall kann die abgebende LEI die E-Rezept-Token Information zu allen einlösbaren E-Rezepten von einem Versicherten, dessen eGK in ein mit dem Konnektor gepairten E-Health-Kartenterminal oder ein mit dem Primärsystem verbundenen Kartenleser gesteckt wurde, vom E-Rezept-Fachdienst abrufen.
A_22434-02 - PS abgebende LEI: E-Rezepte von Versicherten abrufen
Das PS der abgebenden LEI MUSS den Anwendungsfall "E-Rezepte eines Versicherten durch Abgebenden abrufen" gemäß TAB_ILFERP_019 umsetzen.
Tabelle 4 : TAB_ILFERP_019 – E-Rezepte von Versicherten abrufen
| Name | E-Rezepte von Versicherten abrufen |
| Auslöser |
|
| Akteur | Leistungserbringer, Mitarbeiter der abgebenden LEI |
| Vorbedingung |
|
| Nachbedingung |
|
| Standardablauf |
|
A_22435-02 - PS abgebende LEI: E-Rezepte von Versicherten abrufen - PoPP-Token abrufen
Das PS der abgebenden LEI MUSS im Anwendungsfall "E-Rezepte von Versicherten abrufen" einen PoPP-Token vom PoPP-Service abrufen. [<=]
Für die Umsetzung siehe [spec-ilf-popp-client].
Hinweis: Im Response des PoPP-Service erhält das PS den PoPP-Token im JWT Compact Serialization Format (s. gemSpec_PoPP_Service#A_26432). Das PS gibt den PoPP-Token im gleichen Format an den E-Rezept-Fachdienst weiter.
A_22437-02 - PS abgebende LEI: E-Rezepte von Versicherten abrufen - E-Rezepte abrufen
Das PS der abgebenden LEI MUSS im Anwendungsfall "E-Rezepte von Versicherten abrufen" die HTTP-Operation GET /Task mit
Im Response ist eine Liste von Tasks enthalten. Für jeden Task sind u.a. folgende Informationen enthalten:
Auf Basis dieser Informationen können mittels des Anwendungsfalls "E-Rezept abrufen" (siehe [gemILF_PS_eRp]) die Verordnungsdatensätze zu den E-Rezepten vom E-Rezept-Fachdienst abgerufen werden. Erst dann sind die Inhalte der Verordnungen im AVS bekannt und können mit dem Versicherten abgestimmt werden.
Abgerufene Rezepte, welche nicht durch die Apotheke beliefert werden, müssen durch die Apotheke zurückgegeben (Anwendungsfall "E-Rezept durch Abgebenden zurückgeben") werden.
A_23152 - PS abgebende LEI: E-Rezepte von Versicherten abrufen - nicht belieferte E-Rezepte zurückgeben
Das PS der abgebenden LEI MUSS im Anwendungsfall "E-Rezepte von Versicherten abrufen" den Nutzer geeignet unterstützen, heruntergeladene und damit reservierte E-Rezepte, welche nicht beliefert werden, wieder zurückzugeben, um dem Versicherten zu ermöglichen, diese in einer anderen Apotheke einzulösen. [<=]
Für das E-Rezept-FdV ergeben sich keine neuen funktionalen Anforderungen.
Da durch das Feature die Statusübergänge eines E-Rezepts unverändert sind, kann der Versicherte diese im E-Rezept-FdV sich wie gewohnt anzeigen lassen.
Das E-Rezept-FdV bietet dem Nutzer die Möglichkeit das Zugriffsprotokoll vom E-Rezept-Fachdienst anzeigen zu lassen. So kann der Versicherte die Protokolleinträge des Anwendungsfalls einsehen.
Für das Feature gibt es keine Anpassung am Daten- oder Informationsmodell.
Die nachfolgenden Anforderungen werden an definierten Stellen in [gemSpec_Perf] und [gemKPT_Betr] übernommen.
Für die Hinzunahme der Funktionalität des Abrufs von E-Rezepten in der Apotheke mit der eGK des Versicherten existieren keine abweichenden Anforderungen an die Verfügbarkeit des E-Rezept-Fachdienstes. Es gelten weiterhin die bereits existierenden Anforderungen an den E-Rezept-Fachdienst.
E-Rezept-Fachdienst
Für die Hinzunahme der Funktionalität des Abrufs von E-Rezepten in der Apotheke mit der eGK des Versicherten wird keine zusätzliche Last durch den notwendigen Abruf der Liste der E-Rezepte (GET /Task(PoPP)) erzeugt. Es ist davon auszugehen, dass der Abruf GET /Task(PoPP) den Abruf GET /Task(PNW) ersetzt und die Abrufzahlen gleich bleiben.
Die folgenden Ergänzungen bzw. Änderungen werden in der Anforderung A_20165-* in der gemSpec_Perf in Kapitel 3.2.1.3 an [gemSpec_Perf#Tab_gemSpec_Perf_eRp-Fachdienst: Bearbeitungszeitvorgaben] vorgenommen:
Auszug:
| UseCase-Bezug | Fachdienstoperation | Mittelwert
[msec] |
99%-Erfüllungsquote
[msec] |
|---|---|---|---|
| ERP.UC_4_15 | GET /Task(PoPP)
|
600 | 840 |
Komplette abgeänderte Anforderung:
A_20165-12 - Performance – E-Rezept-Fachdienst - Bearbeitungszeit unter Last
Der E-Rezept-Fachdienst MUSS die Bearbeitungszeitvorgaben unter Last aus Tabelle "Tab_gemSpec_Perf_eRP-Fachdienst: Bearbeitungszeitvorgaben" unter einer Spitzenlast von 1770 Aufrufen pro Sekunde an der TI Schnittstelle und 620 Aufrufen pro Sekunde an der Internet-Schnittstelle erfüllen.
Tabelle 5: Tab_gemSpec_Perf_eRP-Fachdienst: Bearbeitungszeitvorgaben
| UseCase-Bezug | Fachdienstoperation | Mittlere Bearbeitungszeit
[msec] |
99%-Erfüllungsquote
[msec] |
|---|---|---|---|
| ERP.UC_1_1 | GET /Device | 120 | 200 |
| ERP.UC_1_2 | GET /metadata | 120 | 200 |
| ERP.UC_2_1 | POST /Task/$create | 250 | 400 |
| ERP.UC_2_3* | POST /Task/<id>/$activate | 460 | 620 |
| ERP.UC_2_5 | POST /Task/<id>/$abort | 330 | 470 |
| ERP.UC_3_1 | GET /Task | 380 | 530 |
| ERP.UC_3_2 | POST /Task/<id>/$abort | 330 | 470 |
| ERP.UC_3_3 | POST /Communication | 430 | 590 |
| ERP.UC_3_4 | GET /Communication | 540 | 720 |
| ERP.UC_3_5 | GET /AuditEvent | 540 | 720 |
| ERP.UC_3_6 | GET /Task/<id> | 380 | 530 |
| ERP.UC_3_7 | GET /ChargeItem/<id> | 480 | 650 |
| ERP.UC_3_8 | DELETE /Communication/<id> | 540 | 720 |
| ERP.UC_3_9 | GET /MedicationDispense?<parameter>= | 540 | 720 |
| ERP.UC_3_10 | GET /ChargeItem | 540 | 720 |
| ERP.UC_3_11 | DELETE /ChargeItem/<id> | 430 | 590 |
| ERP.UC_3_12 | PATCH /ChargeItem/<id> | 310 | 440 |
| ERP.UC_3_13 | GET /Consent | 280 | 410 |
| ERP.UC_3_14 | POST /Consent | 340 | 480 |
| ERP.UC_3_15 | DELETE /Consent | 430 | 600 |
| ERP.UC_3_16 | POST /$grant-eu-access-permission | 430 | 590 |
| ERP.UC_3_17 | DELETE /$revoke-eu-access-permission | 430 | 590 |
| ERP.UC_3_18 | GET /$read-eu-access-permission | 380 | 530 |
| ERP.UC_3_20 | POST /pushers/set
|
460 | 620 |
| ERP.UC_3_21 | GET /pushers
|
380 | 530 |
| ERP.UC_3_22 | GET /channels
|
380 | 530 |
| ERP.UC_3_23 | GET /channels/{pushkey}
|
380 | 530 |
| ERP.UC_3_24 | POST /channels/{pushkey}
|
460 | 620 |
| ERP.UC_4_1 | POST /Task/<id>/$accept | 340 | 480 |
| ERP.UC_4_2 | POST /Task/<id>/$reject | 300 | 430 |
| ERP.UC_4_3 | POST /Task/<id>/$abort | 330 | 470 |
| ERP.UC_4_4 | POST /Task/<id>/$close | 460 | 620 |
| ERP.UC_4_6 | GET /Communication | 540 | 720 |
| ERP.UC_4_7 | POST /Communication | 430 | 590 |
| ERP.UC_4_8 | GET /Task/<id>?secret | 615 | 800 |
| ERP.UC_4_9 | DELETE /Communication/<id> | 290 | 420 |
| ERP.UC_4_10 | GET /ChargeItem/<id> | 480 | 650 |
| ERP.UC_4_11 | POST /ChargeItem | 510 | 680 |
| ERP.UC_4_12 | GET /Task(PNW) | 600 | 840 |
| ERP.UC_4_13 | PUT /ChargeItem/<id> | 510 | 670 |
| ERP.UC_4_14 | POST /Subscription | 230 | 350 |
| ERP.UC_4_15 | GET /Task(PoPP) | 600 | 840 |
| ERP.UC_4_16 | POST /Task/<id>/$dispense | 460 | 620 |
| ERP.UC_4_17 | GET /Task/<id>?accesscode | 615 | 800 |
| ERP.UC_4_19 | POST /$get-eu-prescriptions mit Requesttype demographics | 615 | 800 |
| ERP.UC_4_20 | POST /$get-eu-prescriptions mit Requesttype e-prescriptions-list | 650 | 840 |
| ERP.UC_4_21 | POST /$get-eu-prescriptions mit Requesttype e-prescriptions-retrieval | 650 | 840 |
| ERP.UC_4_22 | POST /Task/<id>/$eu-close | 460 | 620 |
Die folgenden Ergänzungen werden in der gemSpec_Perf in Kapitel 3.2.2 an [gemSpec_Perf#Tab_eRp Bearbeitungszeitvorgaben je Anwendungsfall] vorgenommen:
| ID | Anwendungsfall | Datenmenge
[KB] |
Mittelwert
[s] |
|---|---|---|---|
| ERP.UC_4_15 | E-Rezepte vom Versicherten durch Abgebenden abrufen (PoPP) | 10 | 4 |
Die folgenden Ergänzungen werden an [gemSpec_Perf#Tab_gemSpec_Perf_Berichtsformat_E-Rezept-Fachdienst] vorgenommen:
| $FD-operation | Operation | Schnittstelle zu |
|---|---|---|
| ERP.UC_4_15 | GET /Task(PoPP) | abgebende LEI |
In Kapitel 3.5.2 der gemKPT_Betr werden die Mitwirkungspflichten für das TI-ITSM und deren Teilnehmer untereinander geregelt. Um den Support zwischen dem E-Rezept Fachdienst und dem PoPP Service aufzunehmen, wird der Unterstützungsservice für den Anbieter des E-Rezept Fachdienstes und seiner Service Komponente (das Produkt E-Rezept Fachdienst) gegenüber dem Anbieter des PoPP-Service und seiner Servicekomponente hinterlegt.
In der nachfolgenden Grafik sind das die gelbmarkierten U:
Die folgende Ergänzung wird in der gemKPT_Betr in Kapitel 5.3.1.9 an [gemKPT_Betr#Tab_gemKPT_Betr_eRP_S::O/A] vorgenommen.
| Produkttyp | ID | Anwendungsfall | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| PDT50 | A44 | ERP.UC_4_15 | E-Rezepte vom Versicherten durch Abgebenden abrufen (PoPP) |
Die folgende Ergänzung wird in der gemKPT_Betr in Kapitel 5.3.1.9 an [gemKPT_Betr#Tab_gemKPT_Betr_eRP_Performance-Kenngroessen] vorgenommen.
| Performance-
Kenngröße |
Beschreibung | berechnet aus (Betriebsdaten, Probing) | SL-Wert
(Soll-Wert) |
min / max | Normative Referenz |
|---|---|---|---|---|---|
| E-Rezept-Fachdienst - PDT50 - (ERP.UC_4_15) | |||||
| PDT50-A17-D2-G08 | Mittlere Bearbeitungszeit im Betrachtungszeitraum. [msec] | Betriebsdaten | 650 | max | A_20165-* |
| PDT50-A17-D2-G30 | Maximale Bearbeitungszeit im Betrachtungszeitraum. [msec] | Betriebsdaten | 840 | max | A_20165-* |
| PDT50-A17-D2-G31 | Anteil Bearbeitungen innerhalb der Bearbeitungszeitvorgabe im Betrachtungszeitraum. [%*1000] | Betriebsdaten | 99000 | min | A_20165-* |
Nach einer Migrationsphase wird der Anwendungsfall "Anwesenheitsbeleg mittels strukturiertem VSDM Prüfungsnachweis" abgekündigt. Damit entfallen folgende Anforderungen. Sie werden storniert.
| Stornierte Anforderungen |
|---|
| AF_10129 - E-Rezepte eines Versicherten durch Abgebende abrufen (VSDM) |
| Gelöschte Zuordnung der Anforderung zum E-Rezept-Fachdienst |
|---|
| A_27299 - VSDM-Prüfziffer Version 2: prüfenden Systeme, Import der gemeinsamen Geheimnisse und AES/GCM-Schlüsselableitung |
| A_27342 - Konfigurationsvariable enforce_hcv_check |
| A_27279 - VSDM-Prüfziffer Version 2: Prüfung und Entschlüsselung |
| Gelöschte Zuordnung der Anforderung zu Primärsystem der abgebenden LEI |
|---|
| A_27352 - VSDM-Prüfziffer Version 2: Erzeugung von hcv |
Last und Antwortzeiten
Der folgende Eintrag in der Anforderung A_20165-* [gemSpec_Perf#Tab_gemSpec_Perf_eRp-Fachdienst: Last- und Bearbeitungszeitvorgaben] wird gelöscht:
| UseCase-Bezug | Fachdienstoperation | Spitzenlast
[1/s] |
Mittelwert
[ms] |
99%-Quantil
[ms] |
|---|---|---|---|---|
| ERP.UC_4_12 | GET /Task(PNW)
|
220 | 650 | 840 |
Der folgende Eintrag in [gemSpec_Perf#Tab_eRp Bearbeitungszeitvorgaben je Anwendungsfall] wird gelöscht:
| ID | Anwendungsfall | Datenmenge
[KB] |
Mittelwert
[s] |
|---|---|---|---|
| ERP.UC_4_12 | E-Rezepte vom Versicherten durch Abgebenden abrufen (VSDM++) | 10 | 5,7 |
Bereitstellung von Betriebsdaten
Der folgende Eintrag in [gemSpec_Perf#Tab_gemSpec_Perf_Berichtsformat_E-Rezept-Fachdienst] wird gelöscht:
| $FD-operation | Produkttyp | Operation |
|---|---|---|
| ERP.UC_4_12 | E-Rezept-Fachdienst | GET /Task(PNW) |
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen auf den Dokumentenhaushalt des E-Rezepts dargestellt.
Dieses Dokument beschreibt das Feature als geschlossene funktionale Einheit. Mit der Freigabe zur Umsetzung werden die hier getroffenen Festlegungen in einem nachgelagerten Wartungsrelease in die jeweiligen Produkt- und Anbietertypspezifikationen überführt.
| Dokument
|
Titel
|
| [gemILF_PS_eRp] | gematik: Implementierungsleitfaden Primärsysteme – E-Rezept |
| [gemSpec_FD_eRp] | gematik: Spezifikation E-Rezept-Fachdienst |
| [gemSpec_Perf] | gematik: Übergreifende Spezifikation Performance und Mengengerüst TI-Plattform |
| [gemKPT_Betr] | gematik: Betriebskonzept Online-Produktivbetrieb |
Die hier aufgelisteten Anforderungen richten sich an die Produkt- und Anbietertypen:
| Kürzel | Erläuterung |
|---|---|
| AdV | Anwendungen des Versicherten |
| AVS | Apothekenverwaltungssystem |
| eGK | elektronische Gesundheitskarte |
| FdV | Frontend des Versicherten |
| G-ID | GesundheitsID |
| JWT | Json Web Token |
| KVNR | Krankenversichertennummer |
| LE | Leistungserbringer |
| LEI | Leistungserbringerinstitution |
| PNW | VSDM Prüfungsnachweis |
| PoPP | Proof of Patient Presence |
Die nachfolgende Tabelle enthält die Bezeichnung der in dem vorliegenden Dokument referenzierten Dokumente der gematik zur Telematikinfrastruktur. Der mit der vorliegenden Version korrelierende Entwicklungsstand dieser Konzepte und Spezifikationen wird pro Release in einer Dokumentenlandkarte definiert; Version und Stand der referenzierten Dokumente sind daher in der nachfolgenden Tabelle nicht aufgeführt. Deren zu diesem Dokument jeweils gültige Versionsnummern sind in der aktuellen, von der gematik veröffentlichten Dokumentenlandkarte enthalten, in der die vorliegende Version aufgeführt wird.
| [Quelle]
|
Herausgeber: Titel
|
| [gemGlossar]
|
gematik: Glossar der Telematikinfrastruktur |
| [gemILF_PS_eRp] | gematik: Implementierungsleitfaden Primärsysteme – E-Rezept |
| [gemKPT_Betr] | gematik: Betriebskonzept Online-Produktivbetrieb |
| [gemSpec_FD_eRp] | gematik: Spezifikation E-Rezept-Fachdienst |
| [gemSpec_Perf] | gematik: Übergreifende Spezifikation Performance und Mengengerüst TI-Plattform |
| [gemSpec_PoPP_Service] | gematik: Spezifikation Proof of Patient Presence (PoPP)-Service |
| [spec-ilf-popp-client] | gematik: Implementierungsleitfaden PoPP für Primärsysteme
https://github.com/gematik/spec-ilf-popp-client/tree/main |
| [Quelle]
|
Herausgeber (Erscheinungsdatum): Titel
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